kreislauf in gründerzeithäusern

Bei der Regenwasserretention im gründerzeitlichen Quartier stellen vor allem die begrenzten Platzverhältnisse sowie der hohe Nutzungsdruck und die enorme Einbaudichte Probleme dar. Eine Kreislaufbewässerung soll hier einen innovativen Lösungsansatz bieten. Dachwässer können in ungenutzten Kellerräumen in Zisternen gespeichert werden. Im Zuge von Straßenarbeiten können die vorhandenen Keller-Zisternen durch den Einbau von Zisternen in diesen Bereichen ersetzt oder bei Bedarf ergänzt werden. Das Wasser wird durch eine Solarpumpe zur Bewässerung von Grünflächen sowie Fassaden- und Dachbegrünungen nutzbar gemacht. An heißen Tagen sorgt dieses System durch Evapotranspiration für Abkühlung. Überschusswasser kann eingesickert werden.

auflastoptimierte retentionsbewässerung – extensiv & intensiv

Regenwasserretention, -speicher & -verteilung am Dach stehen im Fokus der auflastoptimierten Retentionsbewässerung. Hierbei wird darauf geachtet, dass Auflasten, die durch das Mehr an Retentionswasser am Dach entstehen, bestmöglich an die maximale Belastbarkeit des Daches angepasst sind. Die Retentionsrohre, in denen der Niederschlag gesammelt wird, werden im Nahbereich von Trägern, Stützwänden und anderen, besonders tragfähigen Strukturen aufgebracht. „Anhäufungen“, wie sie bei sogenannten Naturdächern üblich sind, stellen hier die perfekte Ergänzung zu unserem System dar. Der Rohrdurchmesser kann an die Tragfähigkeit und die gewünschte oder mögliche Substratstärke angepasst werden. Eine (Erd)-Zisterne erhöht die Effizienz maßgeblich.

kollektiv regenwasser gewinnt co-creation lab der wirtschaftsagentur wien

Die städtische Infrastruktur wird sich den zukünftigen Extremwetterereignissen wie Starkregen und Hitze anpassen müssen, um große Schäden zu vermeiden. Nachhaltige Entwässerung und die Nutzung von Regenwasser werden eine große Rolle spielen, wie auch die Wirtschaftsagentur Wien und die Stadt Wien überzeugt sind. Im Sommer 2019 initiierte sie das Co-Creation Lab „Regenwasser in der Stadt“ und rief dazu auf Lösungsvorschläge von Ideen bis hin zu Produkten einzureichen. 

Das kollektiv regenwasser nutzte die Möglichkeit ihr Konzept eines ganzheitlichen Regenwassermanagements vorzustellen und konnte sich mit ihrem Ansatz vor der Jury gegenüber 20 weiteren Projektideen durchsetzen.

Für das Konzept wurde aus Best-Practice-Beispielen eine Entscheidungsmatrix geschaffen, die mögliche Maßnahmen für das urbane Regenwassermanagement aufzeigt. Einerseits wurden hierfür bekannte Tools analysiert und andererseits neuartige Lösungsansätze speziell für die auflastoptimierte intensive und extensive Retentionsbewässerung sowie einen Regenwasser-Kreislauf in Gründerzeithäusern gefunden, um eine höchstmögliche Niederschlagsretention in typischen Bebauungsstrukturen Wiens und anderen Städten sicherzustellen.

Die Entscheidungsmatrix soll in weiterer Folge als simpel anwendbare, interaktive Webanwendung Bewohner*innen, Planer*innen oder auch Bauherr*innen verfügbar gemacht werden. Damit können diese einfach und schnell eine passgenaue Lösung für ihr individuelles Objekt oder Projekt finden.